Pian della Chiesa entstand aus einer radikalen Entscheidung, aber auch aus einer tiefen Verbundenheit mit diesem Ort. Eine Rückkehr vor einem Neubeginn.
Im Jahr 2008 beschloss Ottavio Muzi Falconi, London zu verlassen und mit Margot Jacini in den Parco Naturale di Montemarcello zu ziehen – das Land seiner Kindheit und ein Ort voller Familienerinnerungen.
Dieses Küstenparadies zwischen Ligurien und der Toskana war auch der Ort, den seine Großmutter, Marion Barton Muzi Falconi, viele Jahre zuvor als Zufluchtsort und Heimat auserkoren hatte. Die anglo-irische, unkonventionelle und unternehmungslustige Marion kam in den 1950er-Jahren hierher, nachdem sie ein Leben zwischen Jakarta und dem Rest der Welt geführt hatte. Sie verliebte sich in diese wilde Landzunge mit ihren Pinien und dem Meer und beschloss, sich in Montemarcello niederzulassen, wo sie zu einer beliebten und zentralen Persönlichkeit der Dorfgemeinschaft wurde: Sie kaufte den Kirchturm und die Olivenmühle, restaurierte Häuser, kämpfte gegen Immobilienspekulationen und trug maßgeblich dazu bei, dem Dorf neues Leben einzuhauchen.


Aus dieser Liebe zur Natur und zum Ort heraus entdeckten Ottavio und Margot ein verborgenes Stück Land in einem Eichenwald bei Zanego: acht Hektar Felder und verlassene Ruinen, einst Teil der Kirche. Dieses Karstbecken, umgeben von Zerreichebäumen in den Tellaro-Hügeln, war bis zum Zweiten Weltkrieg mit Weinreben und Obstbäumen bepflanzt gewesen und wurde danach wieder bewaldet.
So begann ein langer und leidenschaftlicher Restaurierungsprozess: Alte Cottages wurden wiederaufgebaut, Trockenmauern rekonstruiert und die ursprünglichen Konturen der Agrarlandschaft wiederentdeckt. Weinreben, Obstbäume und Olivenbäume wurden in einer Mischkultur gepflanzt, in der Landwirtschaft und Natur harmonisch ineinander übergehen. Später wurde das Anwesen auf vierzig Hektar Wald und mediterrane Macchia erweitert, die im Rahmen des Natura-2000-Konzepts zum Schutz des Lebensraums bewirtschaftet werden.
Heute ist Pian della Chiesa ein kleiner Bio-Bauernhof, der Wein, Olivenöl, Obst und Honig nach natürlichen Methoden produziert. Gleichzeitig ist er ein Ort der Gastfreundschaft, des kulturellen Austauschs und des Experimentierens. Ein Projekt im Wandel, das mit dem Wunsch, diese Kultur- und Naturlandschaft zu bewahren und mit anderen zu teilen, in die Zukunft blickt.